Con cura · I. Texte
Redigieren, Lektorieren, Korrigieren: der Unterschied
Aktualisiert am 24. September 20263 Min. Lesezeit
Drei Wörter, die oft durcheinandergeraten: Korrigieren, Lektorieren, Redigieren. Alle drei verbessern einen Text, aber sie setzen an verschiedenen Stellen an – und wer das weiß, bestellt das Richtige.

T. 1Korrektorat: die Oberfläche
Das Korrektorat prüft Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik, dazu meist die einheitliche Schreibweise: Wird „E-Mail“ überall gleich geschrieben? Stimmen die Anführungszeichen? Ist ein Datum mal als „3. März“ und mal als „03.03.“ notiert? Inhaltlich greift ein Korrektorat nicht ein. Ein sachlich falscher, aber fehlerfrei geschriebener Satz bleibt stehen.
Ein Korrektorat ist der letzte Schritt vor der Veröffentlichung. Es lohnt sich nicht, einen Text korrigieren zu lassen, der danach noch umgeschrieben wird.
T. 2Lektorat: Inhalt und Stil
Das Lektorat geht tiefer. Eine Lektorin prüft, ob der Text verständlich ist, ob die Argumentation trägt, ob Aufbau und Tonfall zum Zweck passen. Sie weist auf Wiederholungen hin, auf Sprünge in der Logik, auf Begriffe, die Leser nicht kennen. Oft schlägt sie Umformulierungen vor, entscheidet aber nicht allein: Der Autor behält das letzte Wort.
In Verlagen ist das Lektorat zudem eine Rolle: Lektoren wählen Manuskripte aus und begleiten Bücher bis zur Veröffentlichung. Im Alltag von Unternehmen und Websites meint man mit „lektorieren“ meist die sprachlich-inhaltliche Überarbeitung, fast immer einschließlich Korrektorat.
T. 3Redigieren: veröffentlichungsreif machen
Redigieren stammt aus der Zeitungsredaktion. Ein Redakteur bearbeitet einen eingereichten Text so, dass er in das Medium passt: Er kürzt auf die verfügbare Länge, schärft Überschrift und Einstieg, gleicht den Stil an die Publikation an und prüft Fakten. Redigieren ist damit eingreifender als ein Lektorat, weil der Bearbeiter selbst umschreibt, und es ist an ein Ziel gebunden – die Veröffentlichung in einem bestimmten Rahmen.
| Korrektorat | Lektorat | Redigieren | |
|---|---|---|---|
| Prüft | Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung | Verständlichkeit, Aufbau, Stil, Logik | Passung zum Medium, Länge, Fakten |
| Eingriff | gering | Vorschläge | eigene Umformulierung |
| Wer entscheidet | Regeln | Autor | Redaktion |
| Zeitpunkt | ganz am Ende | nach der Rohfassung | vor der Veröffentlichung |
T. 4Was brauche ich?
- Der Text ist inhaltlich fertig und abgestimmt? Dann genügt ein Korrektorat.
- Der Text ist fertig, liest sich aber zäh? Dann ist ein Lektorat sinnvoll.
- Der Text soll in ein bestimmtes Format passen – etwa einen Newsletter, eine Kundenzeitschrift oder eine Website mit festem Stil? Dann muss jemand redigieren.
T. 5Den eigenen Text redigieren
Wer selbst überarbeitet, sollte in getrennten Durchgängen arbeiten, statt alles auf einmal zu wollen. Erst der Aufbau: Stimmt die Reihenfolge, fehlt etwas, ist etwas überflüssig? Dann die Absätze und Sätze. Erst ganz am Ende Rechtschreibung und Zeichen. Wer beim ersten Lesen Kommas setzt, übersieht, dass der ganze Absatz gestrichen gehört. Hilfen zum Kürzen stehen im Beitrag Zum Punkt kommen.
Den Begriffen „Lektorat“ und „Korrektorat“ widmet die Wikipedia eigene Artikel, etwa den über das Lektorat. Wie man den Auftrag für eine solche Überarbeitung formuliert, steht im Beitrag über das Briefing.