Zum Inhalt springen
webtissimoffHandwerk fürs Web

Allegretto · I. Texte

Blog-Artikel schreiben: vom Einfall zum fertigen Beitrag

Aktualisiert am 24. September 20263 Min. Lesezeit

Ein Blogartikel entsteht selten in einem Zug. Die meisten guten Beiträge sind das Ergebnis eines unspektakulären Ablaufs: eingrenzen, gliedern, roh schreiben, liegen lassen, kürzen.

EinstiegVersprechenSchritt 1Schritt 2Schritt 3AbschlussErgebnisHauptteil
Aufbau eines Beitrags: Einstieg mit Versprechen, Hauptteil in Schritten, Abschluss mit Ergebnis.

T. 11. Das Thema eingrenzen

„Etwas über Fotografie“ ist kein Thema, sondern ein Regal in der Bibliothek. Ein Beitrag braucht eine Frage, die sich in einem Satz stellen lässt: „Welche Brennweite eignet sich für Porträts im Innenraum?“ Je genauer die Frage, desto leichter fällt das Schreiben, weil klar ist, was hineingehört und was nicht.

Ein brauchbarer Test: Können Sie die Antwort in zwei Sätzen zusammenfassen? Wenn ja, steht das Gerüst. Wenn nicht, ist die Frage noch zu groß – oder Sie kennen die Antwort selbst noch nicht und müssen zuerst recherchieren.

T. 22. Recherchieren und sammeln

Vor dem Schreiben kommt das Sammeln: eigene Erfahrungen, Zahlen, Beispiele, Einwände. Notizen in Stichworten genügen. Wichtig ist, Quellen gleich mitzuschreiben – wer später eine Zahl nicht mehr belegen kann, muss sie streichen oder erneut suchen.

Hilfreich ist auch ein Blick darauf, was zu der Frage bereits veröffentlicht ist. Nicht um es nachzuerzählen, sondern um zu sehen, was fehlt. Ein Beitrag, der nur wiederholt, was schon auf zehn anderen Seiten steht, hat wenig Grund zu existieren.

T. 33. Gliedern

Die Gliederung ist der Teil, den viele überspringen und den fast alle später bereuen. Sie muss nicht aufwendig sein: Zwischenüberschriften als Liste, darunter jeweils zwei, drei Stichpunkte. Wer die Zwischenüberschriften hintereinander liest, sollte den Beitrag bereits verstehen.

T. 44. Die Rohfassung

Die Rohfassung darf schlecht sein. Sie soll vor allem vollständig sein. Wer beim ersten Durchgang jeden Satz poliert, kommt selten ans Ende. Viele Autoren schreiben den Einstieg zuletzt, weil sie erst nach dem Hauptteil wissen, was sie eigentlich versprechen können.

Hängt man an einer Stelle fest, hilft eine Markierung wie [NOCH KLÄREN] und das Weiterschreiben am nächsten Abschnitt. Die Lücke lässt sich später füllen.

T. 55. Liegen lassen, dann überarbeiten

Mit einem Tag Abstand liest man den eigenen Text wie einen fremden. Dann fallen Wiederholungen auf, Sprünge in der Logik, Absätze, die nichts beitragen. Die Überarbeitung ist meist ein Kürzen: Einleitungssätze, die nur ankündigen, dass gleich etwas kommt; Absätze, die das Vorige mit anderen Worten wiederholen. Konkrete Techniken dafür beschreibt der Beitrag Zum Punkt kommen.

T. 66. Der Feinschliff

  • Überschrift: Sagt sie, was der Leser bekommt? Ist sie ehrlich?
  • Einstieg: Beantwortet der erste Absatz, warum sich das Weiterlesen lohnt?
  • Links: Verweisen sie auf Quellen und auf passende eigene Beiträge?
  • Bilder: Zeigen sie etwas, oder schmücken sie nur? Haben sie einen Alternativtext?
  • Rechtschreibung: einmal selbst, besser noch von jemand anderem prüfen lassen.

T. 7Wie oft veröffentlichen?

Regelmäßigkeit hilft Lesern, weil sie wissen, wann Neues kommt. Sie ist aber kein Wert an sich. Ein gründlicher Beitrag im Monat bringt auf Dauer mehr als vier dünne. Wer den Aufwand für ein Blog realistisch einschätzen will, sollte die Zeit für einen Beitrag einmal ehrlich messen – Recherche und Überarbeitung eingeschlossen. Wie man den Auftrag an einen externen Autor formuliert, falls man das Schreiben abgeben möchte, zeigt der Beitrag über das Briefing.

Passt dazu