Es gibt Städte, die mögen mich einfach nicht – und zu denen gehört Nürnberg. Dass bei meinem letzten Besuch das Hotelzimmer ein Alptraum war habe ich ja bereits erwähnt, Gott sei dank hatte ich dieses Mal ein wesentlich besseres.
Aber kein Besuch ohne Panne. Dieses mal traf es einen roten Golf und meinen (Geschäfts-) Benz.
Eigentlich freute ich mich richtig mit einer solch luxuriösen Karosse nach Nürnberg reisen zu dürfen, aber schon als am Sonntag das Wetter auf “fahrerfeindlich” umstellte schwand meine Begeisterung zusehens. Nacht, kalt, Schneetreiben – so macht es doch Spaß mal kurz ein paar hundert Kilometer runterzueisen. Doch trotz aller widrigen Bedinungen kam ich (und viel wichtiger, das Auto) sicher in Nürnberg an. Lobeshymnen an das Daimler Benz ESP trällernd steuerte ich den Wagen sicher an denen vorbei, die sich links und rechts der Fahrbahn einen kleine, unfreiwillige Auszeit gönnten. Aber mich sollte es auch noch treffen.
Eine Woche dichter Verkehr in der Nürnberger City (wegen dem besch… Christkindlesmarkt besonders verkehrsreich) konnten mir nichts anhaben. Ausgerechnet am allerletzten Tag meines Aufenthalts musste es dann doch noch passieren. Beim Einparken in einem kleineren Parkhäuschen beobachtete ich verblüfft, dass der sich Golf neben meiner Parkbucht wie von Geisterhand etwas anhob. Mir wäre zwar kein “Bumms” oder so etwas aufgefallen, aber irgendwie hatte ich ein mieses Gefühl bei der Sache. Also etwas zurückgesetzt und siehe da – er senkt sich wieder. MIST! “Dann war das wohl doch ich” schoss mir durch den Kopf. Die 120 Diesel PS haben mich nicht einmal spüren lassen, dass ich an einem Hindernis angeeckt bin.
Nun gut, diese Lücke war also erprobter Maßen zu klein. Ein paar Decks weiter oben fand ich dann doch eine adäquate Parkmöglichkeit und stellte die Kiste dort hin.
Einen Anruf und 15 Minuten später trafen dann auch endlich die Sherrifs ein, auf die ich wartete wie der Hund auf’s Metzgen. Jeglicher Versuch der Polizisten mich aufzuheitern scheiterte kläglich. Selbst solche Bemerkungen wie
Mit mehr Schwung wär’n ‘se wahscheinlich reingekommen
stimmten mich nicht besser. Die Delle am Golf blieb trotzdem drin und mein Tag war gelaufen.
Heute durfte ich die Sache endlich im Office melden, die mir schon das ganze Weihnachtsfest mit einem Gewissen schlechtester Sorte vermieste. Aber ein Unglück kommt selten allein und so fiel mir natürlich noch die Flasche mit dem Scheibenenteiser im Fußraum um und die wohlriechende Flüssigkeit verteilte sich schön auf den textilen Fußmatten. Bin gespannt, wie lange der Wagen noch “duftet” – der nebenbei nicht mal mir gehört. Bevor ich in der Mittagspause noch kurz mit der Kutsche zum Tanken gefahren bin schickte ich noch ein Stoßgebet gen Himmel und wurde erhört. Keine Katastrophen im Ravensburger Stadtverkehr. Wenigstens blieb mir Weiteres erspart.
Nächstes Mal nehm ich den Zug. Bin mal gespannt, welche Überraschungen das Schicksal dann für mich bereit hält.
Nachtrag: Eben erhielt ich einen Anruf vom Geschädigten. Ich solle die Sache einfach vergessen und einen Sekt drauf trinken. Happy ist gar kein Ausdruck, für das was ich jetzt bin. Es gibt doch noch nette Menschen – und zwei davon wohnen in Nürnberg.