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Netscape 8 Beta

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Firescape LogoNetscape 8, der neue Alte, so dürften Viele die Ankündigung der aktuellen Beta – Version von Netscape 8 empfangen haben. Neugierig wie ich bin, habe ich natürlich einen kritischen Blick auf den Beta Kandidaten geworfen. Dass nicht alles Gold ist, was glänzt dürfte weit reichend bekannt sein, aber dass nicht alles Netscape ist, wo Netscape drauf steht ist neu. Aber mehr dazu in diesem kurzen Bericht.

Den einstigen “Pflichtbrowser” Netscape verbannte ich nach der Version 4.7 in die Ecke “Browser, die eh keine Sau mehr benutzt”. Ein aufgeblähtes Paket aus Browser, E-Mail Client, Netzdiensten und weiterem Mist fand kaum noch Begeisterung bei der Netzgemeinde und schlich sich leise aus der Browser Statistik.

Doch nun eine Trendwende? Mit der Version 8.0 des Netscape Browser scheint sich die Entwickler Gemeinde von Netscape von altem Ballst getrennt zu haben und Neues wurde gleich reichlich draufgepackt. Zurück in die Zukunft? Naja, nicht ganz, aber schauen wir “Nessie” doch mal unter die Haube.

Kopiert und draufgesetzt

Netscape 8 als Firefox Derivat zu bezeichnen dürfte der Sache doch recht nahe kommen. Dass Netscape den Kern des Firefox Browsers verwendet wird an vielen Stellen nur allzu deutlich. (Anmerkung: Eigentlich verwendet ja Firefox den einstmaligen Kern von Netscape. Doch dieser wurde inzwischen so umfangreich von den Firefox Entwicklern umgebaut, dass kaum noch alter Code zu finden ist.)

Genug der Worte über verwandtschaftliche Beziehungen zwischen Browser Code – tauchen wir wieder auf an die Oberfläche. Doch was uns hier erwartet erschüttert den ein oder anderen.

Look and Feel

Mintgrün! Das ist der erste Eindruck den “Nessie” 8 auf den erstaunten Benutzer macht. Ob schön, oder hässlich – Netscape 8 hält sich nicht an das Standard Look and Feel des installierten Betriebssystems (sei es Windows, MacOS oder Linux), sondern kommt mit ungewohnten Applikationsdesign daher.

Die Menüleiste pappt am rechten Fensterrand, statt deren schmückt ein übergroßes Netscape Logo die links obere Browser Ecke wo der gemeine Mitteleuropäer eigentlich besagte Leiste erwatet hätte. Welches Ziel die UI Designer von Netscape damit verfolgen ist mir unklar, aber benutzerfreundlich ist das nicht!

Der gesamte Browser ist in Mint Grün gehalten. Menschen mit eingeschränkten Sehvermögen dürften an dieser Standard Einstellung kaum Gefallen finden, da sich der Kontrast vom Hintergrund zur Schrift auf ein (stylisches?) Minimum beschränkt. Aber auch auf mich, als Normalsehenden, wirkt das Design nicht unbedingt angenehm – aber das ist Geschmackssache und darüber lässt sich bekanntlich nicht streiten.

Neue (alte) Funktionen

Anders als seine Vorgänger beschränkt sich Netscape 8 auf einen Browser. Der E-Mail Client, der HTML Editor und andere Features sind verschwunden. Übrig blieb ein Browser der sich mit Firefox eine funktionelle Basis teilt. Auf dieses Fundament wurden aber noch ein paar Balkone drangebaut.

Ersatzmotor

Auch wenn es von schlechtem Webdesign zeugt, eine Website für einen bestimmten Browser zu optimieren, kommt Netscape nun auch mit “Microsoft only” Seiten zurecht. Optional lässt sich für die Darstellung einer Seite auch der Motor des Microsoft Internet Explorers darstellen. Allerdings halte ich es für eine Frechheit, dieses als Feature auszuweisen. Hier werden einfach bestehende Komponenten von Microsoft verwendet, lediglich der “Umschalter” ist die Neuerung in der Browser Welt.

Sicherheit, das bekannte Zonen Modell

Netscape teilt das Internet in drei Bereiche auf:

  • Gut
  • Böse
  • Ich bin mir nicht sicher

Das Konzept ist bereits vom Microsoft Internet Explorer bekannt und beschränkt sich auch funktional auf dessen Spektrum. Äquivalent zum microsoftschen Derivat gelten für alle unbekannten Seiten die Einstellung des “Ich bin mir nicht sicher” Modus. Anders als der Internet Explorer lässt sich aber für solche Seiten kein ActiveX aktivieren, was der Sicherheit des Benutzers dienlich ist.

Was mir allerdings etwas sauer aufstößt, ist die Liste der “vertrauenswürdigen” Seiten, die Netscape ab Werk ausliefert. So ist darin z.B. eBay enthalten, einer der Top 10 Ausgangspunkte für Phinshing Attacken und bösartige ActiveX Controls.

Vertrauenswürdig oder nicht, diese Entscheidung muss der Netscape Benutzer nicht selbst fällen. Per Standard Einstellung ermittelt Netscape die Sicherheits – Bonität einer besuchten Seite aus einem online Katalog bereits verifizierter Seiten. Wie vertrauenswürdig allerdings dieser Katalog ist sei dahingestellt. Nach welchen Kriterien eine Site auf die Probe gestellt wird verschweigt Netscape ebenso, wie die Namen der “Partner” die diesen Katalog pflegen.

Fazit, “Mixed up browser”

Etwas enttäuscht möchte ich Netscape 8 als eine Mischung zwischen Microsoft Internet Explorer und Mozilla Firefox bezeichnen. Gegenüber Firefox weist Netscape außer den erweiterten Sicherheitseinstellungen keine nützlichen Erweiterungen auf, dem Internet Explorer hat er lediglich das Tabbed Browsing voraus.

Dass die Wahl zwischen Netscape und Internet Explorer Darstellungsweise dem Anwender überlassen ist, kann sich aber durchaus als nützlich erweisen. Wenn ich dabei ein die besch… Darstellung der MSDN Sites denke, die sich in Firefox präsentiert würde ich mir diese Feature wünschen. Doch einen Umstieg rechtfertigt dies für mich nicht. Zu sehr hänge ich am Luxus, den mir Firefox mit seinen Erweiterungen bietet und die mit Netscape einfach nicht kompatibel sind. Schade eigentlich.

Tja, Netscape Gemeinde – so schafft ihrs nicht zurück in die Büros und Wohnzimmer. Da muss mehr kommen.

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